1. Tag des Kampfsports beim MTV-Wolfenbüttel
Am 21. Mai 2011 haben sich ca. 30 Sportler und Sportlerinnen der drei Budo-Abteilungen des MTV-Wolfenbüttel Judo, Ju-Jutsu und Karate zu einem gemeinsamen Tag des Kampfsports getroffen. Ziel war es dabei, den Sportlern Einblicke in die jeweils anderen Kampfsportarten zu geben.
Bereits morgens um 09:00 Uhr waren die ersten Interessierten schon mit dem Aufbau der Mattenfläche beschäftigt, so dass pünktlich um 09:30 mit dem Training begonnen werden konnte. Nach dem gemeinsamen Angrüßen wurden zwei gemischte Gruppen gebildet und parallel mit Judo und Karate begonnen.
C
hristian
und Ecki starteten ihr Judotraining mit Bewegungen, die aus dem Yoga
kommen. Mal eine neue Erfahrung. Interessanterweise fühlten sich
trotzdem alle ausreichend aufgewärmt mit diesen Übungen.
Dann kamen die ersten „Judobewegungen“ auf dem Boden
dran. Für die Karatekas natürlich absolutes Neuland. Ziel
war es anschließend, den Partner am Boden unter Kontrolle zu
halten um nicht in einen Haltegriff zu kommen. Der bedeutet immerhin
im Judo in der Regel das Ende eines Kampfes.
Dann war da noch der Kampf im Stehen. Wie bringe ich meinen Partner am einfachsten zu Boden? Nach einigen Grundlagen und einer entsprechenden Vorübung kam dann der Morote Seoinage (beidhändiger Schulterwurf) dran. Wow. Der sah schon ziemlich kompliziert aus. Doch wenn man genau gesagt bekommt wie es zu machen ist fällt es einen schon viel einfacher. Tja, die Technik muss halt passen. Für einige war es immerhin der erste Wurf. Hier war es gut, dass in den gemischten Gruppen ausreichend Judokas waren, denn die können richtig fallen, was natürlich Voraussetzung für ein verletzungsfreies Training ist.
Parallel zum
Judotraining wurde auch mit Karate begonnen. Michael hatte zu Beginn
Techniken
aus der Grundschule des Shotokan-Karate auf seinem Programm. Da kamen
dann Fragen auf wie z.B.: Wie übertrage ich am besten Energie
bei meinen Techniken? Was hat denn meine Hüfte mit meinem
Fauststoß zu tun? Was macht eigentlich die andere Hand bei
einem Fauststoß? Wie muss ich richtig stehen? … Alles
Dinge, die zu beachten sind.
So wurden dann der Oizuki
(gleichseitiger Fauststoß), der Gyakuzuki (seitenverkehrter
Fauststoß) und der Uraken Uchi (Faustrückenschlag) erlernt
und geübt. Und mit dem richtigen Kiai(Kampfschrei) wurden die
Techniken dann noch abgerundet. So konnte zum Ende das Erlernte auch
noch am Schlagpolster ausprobiert werden. Gerade dabei merkte man,
dass die richtige Technik so Einiges ausmacht.
Nachdem
dann die Gruppen gewechselt hatten und die zweite Einheit herum war,
stand erst einmal eine Mittagspause an. Alle Sportler konnten sich
mit Obst, Kuchen und Getränken stärken, um dann mit neuer
Energie in die Nachmittagseinheiten einzusteigen. Hier stand das
Training der Ju-Jutsukas im Focus. Am heutigen Tag fand das
Stützpunkttraining des Ju-Jutsu in Wolfenbüttel statt und
alle Interessierten konnten hier mitmachen.
Der
Einstieg bildete das Warmmachen mit Übungen zu Koordination und
Kondition. Ständig wechselnde Körperhaltungen forderten das
Zurechtfinden im Raum. Dann kamen Techniken aus dem Bereich
„Selbstfaller“ dran. Natürlich waren auch hier die
entsprechenden Vorübungen nötig. So wurde dann eine
Variante des Selbstfallers, der Seitenriss, erfolgreich geübt.
Als letztes konnten die Sportler noch einen kurzen Einblick ins
Wettkampfgeschehen bekommen. Und schon war auch diese Einheit zu
Ende.
Aber auch eine weitere Einheit Karate wurde angeboten. Doch diesmal waren es nicht die Techniken aus der Grundschule sondern Bewegungen aus dem Bereich der Selbstverteidigung, die gezeigt wurden. Ein Crosstraining mit Übergängen in unterschiedliche Hebel forderte die Sportler mental und körperlich. Letztendlich gab es noch einen Einblick in die Empi-Techniken (Technik mit dem Ellenbogen) die sehr effektiv eingesetzt werden können.
Als letzte Einheit am Nachmittag
konnte man bei Ralf und Andre noch etwas zum Waffenkampf erlernen.
Nach dem Dreierkontakt ohne Waffen bekam jeder einen Stock in die
Hand und der Partner durfte nun seine Abwehrtechnik live gegen einen
Stockangriff testen. Da war natürlich Konzentration gefordert,
da niemand einen Stockschlag abbekommen wollte. Angreifer und auch
Verteidiger legen hier, wie bei allen Budosportarten, besonderen Wert
auf partnerschaftliches Training. Niemand soll dabei verletzt
werden.
Beim letzten Teil bekam jeder noch einmal die Gelegenheit
zu Übungen, wo beide Sportler einen oder zwei Stöcke haben
und sich gegenseitig abwehren.
Um 16:30 Uhr waren dann alle
Trainingseinheiten abgeschlossen und das Event konnte noch bei
herrlichen Wetter und einer leckeren Bratwurst abgeschlossen werden.
Das Resumee des Tages: Alle hatten Spaß und oft war zu
hören: „Das ist bei uns ja auch so.“ Oftmals
sind Parallelen zwischen den zuerst sehr unterschiedliche Sportarten
gesehen worden. Es gab viele nette Gespräche und vor allem
–niemand wurde verletzt—
Im Nachhinein sind wir uns einig: Dieses war der 1. Tag des Kampfsports, aber es wird bestimmt weitere solcher Tage geben.
Danke an die Trainer Ecki, Christian, Ralf, Andre und Michael und an alle, die mitgeholfen haben und hier nicht weiter erwähnt sind. Ohne deren Einsatz lassen sich solche Veranstaltungen nicht umsetzen.